Rumänisch-Orthodoxe Metropolie für Deutschland und Zentraleuropa

von | Aug 9, 2017

Aus der Geschichte der rumänischen Diaspora in Deutschland

In Deutschland ist die geistliche rumänische Anwesenheit für einige Jahrzehnte mit den rumänischen Handelsleuten aus Leipzig verbunden. Für sie bestand zwischen 1858 und 1881 eine rumänische Kapelle. Im Westen Deutschlands baute der rumänische Fürst Michael Stourdza 1864 – 1866 eine rumänische Kirche in Baden-Baden. Zu den Gottesdiensten kamen die Rumänen (Intellektuelle und Studenten) aus Karlsruhe, Heidelberg, Freiburg, Straßburg. Die Kirche stand seit 1882 nach dem Wunsch des Stifters unter der Jurisdiktion der Metropolie von Moldau. Heute noch steht die Kapelle in Baden-Baden unter der Jurisdiktion derselben Metropolie und wird von pilgernden Rumänen aus der Umgebung und auch aus ganz Deutschland besucht.

1940 organisierten sich die Rumänen in Berlin in einer Gemeinde und feierten ihre Gottesdienste in einem Raum, der schnell zu klein für ihren Zweck wurde. 1943 kauft die rumänische Regierung die evangelische Kirche in der Jerusalemstraße und lässt sie nach der orthodoxen liturgischen Tradition einrichten. Die Existenz dieser Kirche war von kurzer Dauer, denn im März 1945 wurden sie, das Pfarrhaus und die benachbarten Gebäude infolge eines Luftangriffs sehr stark beschädigt. Nach dem Krieg haben die Stadträte die beschädigten Gebäude abgerissen und auf dem ehemaligen Grundstück der Kirche ein völlig neues Stadtviertel entstehen lassen.
Die Zahl der Rumänen in Deutschland nahm nach dem 2. Weltkrieg sehr stark zu. Mitte der 70er Jahre haben sich unter der Jurisdiktion der Rumänischen Orthodoxen Kirche die Gemeinden in Offenbach, Hamburg, München, Salzgitter und Anfang der 80er Jahre die Gemeinde in Nürnberg herausgebildet.

Die Rumänische Orthodoxe Metropolie

Die Rumänische Orthodoxe Metropolie für Deutschland und Zentraleuropa zeichnet die normale Entwicklung der bereits existierenden kirchlichen Strukturen in West- und Zentraleuropa nach. 1949 gründete Metropolit Visarion Puiu in Paris ein Rumänisches Orthodoxes Bistum für die in Westeuropa lebenden Rumänen. Der Nachfolger von Metropolit Puiu, Bischof Teofil Ionescu, kehrte auf eigenen Wunsch 1972 unter die Jurisdiktion der Rumänischen Orthodoxen Kirche zurück. Er wurde Mitglied der Hl. Synode und vertrat die Diözese aus Westeuropa in diesem Gremium. Alle rumänisch-orthodoxen Gemeinden aus West- und Zentraleuropa gehörten diesem Bistum mit Sitz in Paris an. 1974 wurde das Bistum in den Rang eines Erzbistums erhoben.
Nach der Wende in Osteuropa verlieh die Hl. Synode der Rumänischen Orthodoxen Kirche (1994) der Ostseite des Erzbistums von Paris den Rang einer Metropolie mit dem Titel Rumänische Orthodoxe Metropolie für Deutschland und Zentraleuropa und ernannte den damaligen Weihbischof von Fagaras, Dr. Serafim Joanta, zum Metropoliten.

Organisation

Zur Metropolie gehören seit dem Jahr 2008 zwei Bistümer: das Rumänische Orthodoxe Erzbistum für Deutschland, Österreich und Luxemburg (mit Sitz in Nürnberg) und das Rumänische Orthodoxe Bistum für Nordeuropa (mit Sitz in Stockholm).
Seit der Gründung der Metropolie ist die Zahl der Gemeinden in Deutschland und der sie betreuenden Geistlichen sehr stark gewachsen, wobei in einigen Städten auch eigene Kirchenbauten errichtet wurden. Der Metropolit und der Weihbischof sind Mitglieder der Synode der Rumänischen Orthodoxen Kirche und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland. Die Jugendarbeit findet im Rahmen des Vereins der Jungen Orthodoxen Rumänen in Deutschland statt (ATORG).

Ökumene

 Die rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinden sind Mitglieder in den regionalen oder lokalen ACKs. Die Metropolie beteiligt sich am theologischen Dialog der Rumänischen Orthodoxen Kirche mit der Römisch Katholischen Kirche und der EKD.

Statistik

Körperschaft des öffentlichen Rechtes (seit 2006, Bayern); geschätzte Gläubigenzahl: 1.000.000; 103 Gemeinden in Deutschland, 23 in Bayern; Metropolitansitz: Nürnberg

aus: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern. Die Mitgliedskirchen stellen sich vor © 2018 Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern

 

Kontakt zur Rumänisch-orthodoxen Kirche

Rumänisch-Orthodoxe Metropolie für Deutschland und Zentraleuropa
Metropolit Dr. Serafim Joanta
Fürther Str. 166-168
90429 Nürnberg
Tel.: 0911/3236910, Fax: 0911/3236912
serafim@mitropolia-ro.de
www.mitropolia-ro.de