Römisch-katholische Kirche

von | Aug 10, 2017 |

Die römisch-katholische Kirche versteht sich als Weltkirche, die in und aus Ortskirchen besteht. In den Ortskirchen (Diözesen oder Bistümer genannt) der verschiedenen Länder und Kulturen wird die Vielfalt katholischen Lebens und Glaubens sichtbar. Die Einheit in dieser Vielfalt bleibt gewahrt durch das gemeinsame Glaubensbekenntnis, die Sakramente und die kirchliche Leitung. Der Dienst der Leitung der Ortskirche obliegt dem jeweiligen Diözesanbischof. Diese Aufgabe nimmt er in Gemeinschaft mit den anderen Bischöfen in aller Welt wahr. Diese stehen in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom, dem Papst, der als Haupt des weltweiten Bischofskollegiums das Petrusamt als Dienst an der Einheit der Universalkirche versieht.

Die römisch-katholische Kirche ist überzeugt, daß in ihr die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ Jesu Christi gegenwärtig ist. Sie versteht Kirche als „Zeichen“ für Gottes verzeihende und neuschaffende Zuwendung zur ganzen Menschheit in Jesus Christus und als „Werkzeug“ zur Verwirklichung dieser Zuwendung. Von diesem Selbstverständnis her sieht sie in den Spaltungen der Christenheit Wunden und Mängel, die die Überzeugungskraft dieser Sendung beeinträchtigen. Durch die Taufe und den Glauben an das in der Heiligen Schrift überlieferte Wort Gottes weiß sie sich in einer wahren, wenn auch nicht vollkommenen Gemeinschaft mit denen verbunden, die in den von ihr getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften auf dem Weg des Heiles sind.

In besonders dichter Weise sieht die römisch-katholische Kirche ihr Leben aus der Gnade Gottes in den Sakramenten verwirklicht. Unter den Sakramenten – Taufe, Firmung, Eucharistie, Feier der Versöhnung (Beichte), Krankensalbung, Weihe, Ehe – wie auch inmitten der Vielfalt weiterer Gottesdienstformen hat die Feier der Eucharistie (Hl. Messe) eine zentrale Stellung. Sie ist Kristallisationspunkt von Gemeinde und Kirche, „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“. Hier feiern die Gläubigen das Geheimnis von Tod und Auferstehung des Herrn und lassen sich beschenken von seiner Gegenwart unter den Gestalten von Brot und Wein; durch diese Feier werden sie zusammengefügt zu „einem Leib“ (1Kor 10).

Die so entstandene Gemeinschaft untereinander und mit Jesus Christus verpflichtet zum gemeinsamen Dienst und Zeugnis und zur Bewahrung der durch dieses Sakrament gestifteten Einheit. Dazu sind alle Glieder der Kirche berufen; alle wirken dabei mit gemäß den ihnen geschenkten Gaben. So sind alle Empfangende und Hörende des Evangeliums und übernehmen vielfältige Aufgaben in Gemeinde, Kirche und Gesellschaft. Diese Verantwortung gewinnt in unterschiedlichen Bereichen Gestalt, so z. B.: in von allen Gläubigen gewählten Räten in Pfarreien und Diözesen, in der Glaubensverkündigung an Kinder und Jugendliche durch Männer und Frauen anläßlich von Erstkommunion und Firmung, in selbstverwalteten Jugendverbänden, in karitativen Einrichtungen und Projekten angefangen von Beratungsstellen bis hin zu Kontaktgruppen mit Asylbewerbern, in Feiern des Glaubens beim Gedenken an die jeweiligen Diözesanpatrone.

Seinen Dienst der Leitung innerhalb der Diözese übt der Bischof in Zusammenarbeit mit den Priestern in den Gemeinden aus. Dabei ist es die vordringliche Aufgabe des Bischofs und seiner Mitarbeiter, das Wort Gottes zu verkünden und die Sakramente zu spenden. Die Sendung zum Dienst an den Schwachen und Hilfsbedürftigen wird dem Diakon besonders ans Herz gelegt, der außerdem im Bereich der Liturgie und Seelsorge Mitarbeiter des Bischofs und des Priesters ist. In dieser dreifachen Gliederung wird das geistliche Amt ausgeübt, das nach römisch-katholischer Überzeugung wesentlich zur sichtbaren Kirche gehört. Daneben gibt es noch weitere Ämter und Aufgaben, die durch theologisch und fachlich gebildete Frauen und Männer im Auftrag und mit Sendung durch den Bischof ausgeübt werden, ohne daß dazu die Weihe erforderlich wäre, z. B.: Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten und Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten in der Seelsorge, Richterinnen und Richter an kirchlichen Gerichten, Professorinnen und Professoren und Lehrerinnen und Lehrer an Hochschulen und Schulen.

Nach römisch-katholischem Verständnis gehören zur Kirche nicht nur ihre gegenwärtig auf Erden lebenden Glieder, sondern auch jene, die ihr irdisches Leben bereits abgeschlossen haben; diese bilden die „himmlische Kirche“. Eine besondere Ausprägung findet diese Vorstellung in der Verehrung Mariens, der Apostel, Märtyrerinnen und Märtyrer, sowie der vielen Bekennerinnen und Bekenner im Laufe der Geschichte. In diesen Heiligen wird das Wirken von Gottes Geist in anschaulicher Weise sichtbar.

ACK-Mitgliedschaft

Zur ACK in Bayern gehören sieben römisch-katholische Diözesen in zwei Kirchenprovinzen, die jeweils von einem Erzbischof, auch Metropolit genannt, koordiniert werden.

Die Bischöfe der bayerischen Bistümer finden sich zusammen in der Freisinger Bischofskonferenz. Da die Diözesen jeweils rechtlich selbständig sind, bedürfen Beschlüsse der Bischofskonferenz, sollen sie für ganz Bayern verbindlich sein, der Einstimmigkeit.

(Erz)Bistümer in Bayern

Erzdiözese München und Freising

Die Erzdiözese sieht im hl. Korbinian (ca. 680 – ca. 725) ihren Gründerbischof, wenn auch die formelle Gründung 739 durch den hl. Bonifatius erfolgte. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 war Freising geistliches und wissenschaftliches Zentrum des Bistums. Seit der Wiedererrichtung der Erzdiözese im Jahre 1821 ist München Bischofssitz, und seither trägt das Erzbistum den Doppelnamen „München und Freising“. Heute gehören ca. 2 Mio. Katholiken zu dieser römisch-katholischen Ortskirche. Sie gliedert sich in 3 Regionen, mit insgesamt 659 Pfarreien und 95 Kuratien. Die drei Seelsorgsregionen (Nord, München und Süd) sind jeweils der Verantwortung eines Weihbischofs zugewiesen, der als Bischofsvikar den Erzbischof in der Leitung der Diözese unterstützt.

Diözese Augsburg

Das Bistum Augsburg gehört zu den flächengrößten und bevölkerungsstärksten Bistümern in Bayern. Es zählt 1020 Pfarrgemeinden, die in 35 Dekanaten zusammengefaßt sind, die sich wiederum auf 8 Regionen verteilen. 1,54 Mio. Katholiken leben in der Diözese. In der Leitung der Diözese wird der Bischof von zwei Weihbischöfen unterstützt. Bistumspatrone sind Ulrich (+973), Afra (ca. 304) und Simpert (+807).

Diözese Passau

Als Bonifatius 739 das Bistum Passau gründet, findet er für das neue Bistum einen Bischof vor: Vivilo, den vermutlich Papst Gregor III. (731-741) selbst geweiht hat.

Das Bistum Passau bleibt bis zum Jahr 1783 das ausgedehnteste Bistum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Es umfaßte den bayerischen Donauosten und dehnte sich aus von der Mündung der Isar bis zur March und Leitha. Heute zählt die Diözese 306 Pfarrgemeinden mit 542.000 Katholiken.
Bistumspatrone sind: Valentin (+475), Maximilian (8. Jh.) und Bruder Konrad (+1894).

Diözese Regensburg

Das Bistum Regensburg wurde 739 durch den hl. Bonifatius gegründet, doch reichen die ältesten Zeugnisse christlichen Glaubens bis ins 5. Jh. zurück. Von Regensburg aus strahlten christlicher Glaube und christliche Kultur weit über die Bistumsgrenzen hinaus, was auch maßgeblichen Einfluß auf die Gründung des Bistums Prag im 10. Jh. hatte. Mit Bischof Wolfgang, dem Hauptpatron der Diözese, und Albertus Magnus wirkten zwei herausragende Persönlichkeiten der Kirchengeschichte in Regensburg. Nach der Säkularisation ordnete das Bayerische Konkordat von 1817 die Diözesanverhältnisse neu. Heute ist das Bistum Regensburg flächenmäßig die größte bayerische Diözese mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 1,6 Mio. Menschen, davon sind 85% katholisch. Die 771 Pfarreien und Seelsorgstellen sind in 8 Regionen und 45 Dekanate eingeteilt.

Erzdiözese Bamberg

Bamberg als Bischofssitz geht zurück auf das Jahr 1007, die Gründung durch den hl. Kaiser Heinrich und seiner Gemahlin, der hl. Kaiserin Kunigunde. Das Bistum stand von Anfang an unter dem besonderen Schutz Roms und erlangte in seiner Anfangszeit eine besondere Bedeutung bei der Christianisierung der zwischen Main und Regnitz wohnenden Slawen. Durch die Reformation werden im 16. Jh. mehr als die Hälfte der Gemeinden protestantisch. Mit der Wiedererrichtung nach der Säkularisation wird der Bamberger Bischof 1818 zum Erzbischof ernannt. Er leitet die Kirchenprovinz, zu der neben Bamberg die Bistümer Eichstätt, Speyer und Würzburg zählen. Heute wohnen rund 790.000 Katholiken in der Erzdiözese. Das sind 39,5% der Gesamtbevölkerung. Das Erzbistum ist aufgeteilt in 367 Pfarreien, Kuratien und Filialkirchengemeinden.

Diözese Eichstätt

Gründer der Diözese Eichstätt ist der hl. Bonifatius (741 oder 745), erster Bischof und Patron des Bistums der hl. Willibald, ein Verwandter des hl. Bonifatius. Als Reichsbistum gehörte Eichstätt zur Kirchenprovinz Mainz. Nach der Säkularisation wurde Eichstätt im Jahre 1821 als bayerisches Landesbistum der Kirchenprovinz Bamberg errichtet. Seit dem 12. Jh. tragen die Bischöfe von Eichstätt das Rationale, eine päpstliche Auszeichnung, welche ein Indiz der „Lehre und Wahrheit“ ist. Die Bischofsstadt, als geistliches Zentrum und Medium der geistigen Kommunikation im Schnitt des oberpfälzischen, des altbayerischen, des schwäbischen und des fränkischen Volkstums gelegen, ist Sitz einer Katholischen Universität, deren Großkanzler jeweils der Bischof von Eichstätt kraft Amtes ist.

Das Bistum zählt 455.091 Katholiken. Es umfaßt 8 Dekanate mit insgesamt 279 Pfarreien. Derzeit stehen 159 Diözesanpriester, 17 Ordenspriester, 16 Diakone, 40 Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten und 21 Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten im Dienst der Diözese. Die Gesamtzahl der Ordenspriester beträgt 70, jene der Ordensbrüder 34, jene der Ordensfrauen 677.

Diözese Würzburg

Obwohl schon etwa seit 550 das Christentum am Main nachweisbar ist, gelten doch die 689 ermordeten irischen Wandermissionare, die hl. Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totan, als die eigentlichen Glaubensboten für die Stadt Würzburg und die Umgebung; das Bistum Würzburg wurde 742 durch den hl. Bonifatius gegründet. Das alte Hochstift Würzburg ging 1803 durch die Säkularisation unter. Heute gehören zum Bistum Würzburg ca. 905.000 Katholiken. Das Bistum gliedert sich in vier Regionen mit zusammen 22 Dekanaten und 616 Pfarreien und Kuratien.

aus: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern. Die Mitgliedskirchen stellen sich vor
© 2000 Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern

mit vereinzelten Korrekturen 2013

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Kontakt zu den Ökumenebeauftragten der Bayerischen Bistümer

Römisch-katholische Kirche
Die Ökumenebeauftragten der (Erz-)Bistümer in Bayern:

Diözese Augsburg
Domkapitular Dr. Bertram Meier
Haus St. Ulrich, Bischöfliches Seelsorgeamt, Direktion
Kappelberg 1
86150 Augsburg
Tel.: 0821/3166-2001
Fax: 0821/3166-2009
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http://www.bistum-augsburg.de

Erzdiözese Bamberg
Domkapitular Professor Dr. Wolfgang Klausnitzer
Domstr. 9
96049 Bamberg
Tel.: 0951/502-341
Fax: 0951/502-345
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http://www.erzbistum-bamberg.de

Diözese Eichstätt

http://www.bistum-eichstaett.de

Erzdiözese München und Freising
Ordinariatsdirektorin Dr. Gabriele Rüttiger
Kapellenstraße 4
80333 München
Tel.: 089/2137-2413
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailGRuettiger@ordinariat-muenchen.de
http://www.erzbistum-muenchen.de

Diözese Passau
Domkapitular Msgr. Manfred Ertl
Domplatz 7
94032 Passau
Tel.: 0851/3937100
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmertl@bistum-passau.de
http://www.bistum-passau.de

Diözese Regensburg
Prof. Dr. Christoph Binninger
Bismarckplatz 2
93047 Regensburg
Tel.: 0941/2983-5001
Fax: 0941/2983-5011
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailoekumene@bistum-regensburg.de
http://www.bistum-regensburg.de

Diözese Würzburg
Domvikar Dr. Petro Müller
Ökumenereferat
Domerschulstr. 2
97070 Würzburg
Tel.: 0931/386-204
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailpetro.mueller@bistum-wuerzburg.de
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.oekumene.bistum-wuerzburg.de