Vereinigung Bayerischer Mennonitengemeinden

Die Vereinigung Bayerischer Mennonitengemeinden hat 460 Mitglieder (am Gemeindeleben nehmen auch Nichtmitglieder als Gäste/Freunde teil) in 9 Gemeinden (Augsburg, Bad Königshofen, Eichstock, Ingolstadt, München, Nürnberg, Regensburg, Landau, Würzburg). In Deutschland gibt es ca. 24.000 Mennoniten, weltweit etwa eine Million.

Merkmale des Selbstverständnisses und der Lehre

Gemeindemitgliedschaft ist freiwillig und erfolgt durch Taufe oder Aufnahme als Getaufte oder Getaufter. Taufe verstehen wir als bekenntnishafte Antwort auf die Gnade Gottes und als Ausdruck des Willens, in der Nachfolge Jesu zu leben und sich verbindlich in das Leben einer lokalen Gemeinde einzugliedern.Wir praktizieren Gewaltlosigkeit auch durch Ablehnen von Kriegsdienst und Eid.Wir fördern diakonisches, missionarisches, friedenförderndes Handeln und entsprechende (Freiwilligen-) Dienste.

Entscheidungen in allen geistlichen und organisatorischen Fragen liegen bei der versammelten Gemeinde. Wir streben danach, unsere Entscheidungen einmütig, im Konsens, zu treffen. Die Bibel, wie wir sie unter der Leitung des Heiligen Geistes im Gespräch miteinander auslegen, ist Richtschnur für unser Leben und unsere Lehre.

Alle sind von Gott begabt und sollen diese Gaben in das Gemeindeleben einbringen. Das Gemeindeleben wird von den Gliedern gemeinsam gestaltet und verantwortet. Ihnen zur Seite gestellt sind in einigen Gemeinden auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Predigerinnen und Prediger oder Pastorinnen und Pastoren, welche von der Gemeinde berufen werden und volle oder Teilzeitstellen innehaben.

Wir stehen in gegenseitiger Verantwortung füreinander und suchen konkrete, verbindliche Gemeinschaft. Leitungsfunktionen werden nicht im hierarchischen Sinn oder als Amt ausgeübt, sondern als untereinander zu verantwortende Dienste.

Wir vertreten die Trennung von Kirche und Staat. Überregionale Gemeindeverbände haben den Charakter von Arbeitsgemeinschaften, die der Stärkung und Unterstützung der Einzelgemeinden dienen und in denen gemeinsame Aufgaben und Vertretungen wahrgenommen werden.

Mennonitische Gemeinden entstanden während der Reformationszeit und haben ihren Ursprung in der damaligen Täuferbewegung. Der Name "Mennoniten", die sich selbst als "Brüder in Christo" bezeichneten, entstand in Norddeutschland aufgrund der Verfolgung als Schutzbezeichnung nach dem täuferischen Reformator Menno Simons.

aus: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern. Die Mitgliedskirchen stellen sich vor
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