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Evangelisch-reformierte Kirche

Die Evangelisch-reformierte Kirche geht auf die Reformation von Ulrich Zwingli und Johannes Calvin zurück. Neben den altkirchlichen Bekenntnissen gelten der Heidelberger Katechismus und die Theologische Erklärung von Barmen als Bekenntnisschriften. Allerdings gibt es keine abgeschlossene Bekenntnisbildung, die Bekenntnisse haben den Vorbehalt, bei besserer Belehrung durch das Wort Gottes geändert werden zu können. Evangelisch-reformierte Kirche versteht sich nicht so sehr als eine Konfession, die auf dem Boden eines Bekenntnisses steht, sondern als eine auf dem Weg befindliche Kirche, die immer neu zu reformieren ist.

In ihrer Kirchenordnung heißt es: In ökumenischer Gesprächsbereitschaft lebt die evangelisch-reformierte Kirche ihre Verbundenheit mit anderen christlichen Kirchen. 1972 haben sich die evangelisch-lutherischen und die evangelisch-reformierten Kirchen in Europa in der "Leuenberger Konkordie" zu einer Kirchengemeinschaft zusammengeschlossen, der seit 1987 auch die evangelisch-methodistische Kirche angehört. Zwischen diesen Kirchen besteht Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. In Deutschland gibt es ca. 2 Mio. evangelische Christinnen und Christen mit reformierter Herkunft, besonders in evangelisch-unierten Kirchen. Weltweit hat die evangelisch-reformierte Kirche ca. 60 Mio. Mitglieder.

Die Evangelisch-reformierte Kirche versteht sich als eine Gemeindekirche. Der Aufbau der Kirche geschieht von unten nach oben. Die Gemeinde wählt die Pfarrerin oder den Pfarrer und das Presbyterium (Kirchenvorstand). Das Presbyterium wählt die Bezirkssynode, die Bezirkssynode wählt die Gesamtsynode, die Leitung der Kirche. Schon seit der Reformationszeit gilt, daß keine Gemeinde über eine andere und keine einzelne Person (z. B. eine Pfarrerin oder ein Pfarrer) über andere herrschen darf.

Der Gottesdienst ist ein schlichter Wortgottesdienst, in dessen Mitte die Predigt steht. Die reformierten Kirchenräume erkennt man daran, daß in ihnen keine Altäre, keine Kruzifixe und Bilder zu sehen sind. Auf diese Weise will die Evangelisch-reformierte Kirche dem biblischen Bilderverbot (zehn Gebote) treu bleiben. Das Alte Testament und das Neue Testament werden mit gleicher Wertschätzung behandelt. Zum Auftrag der Kirche gehört es, Begegnung und Versöhnung mit dem Volk Israel zu suchen. Predigt und Sakramente stehen gleichrangig nebeneinander. Kinder- und Erwachsenentaufe sind gleichberechtigt. Zur Feier des Hl. Abendmahles werden alle Christinnen und Christen eingeladen.

Die Gemeinden in Bayern sind sehr verschiedener Herkunft. Die beiden ältesten Gemeinden, Herbishofen und Grönenbach, stammen aus dem Jahre 1559 und gehen auf die Zürcher Reformation zurück. Die Gemeinden in Nürnberg, Erlangen, Bayreuth und Schwabach haben ihre Wurzeln in der niederländischen und vor allem hugenottischen Tradition, ebenso in der pfälzischen. Sie entstanden im 17. Jh. Im 19. Jh. kam es zur Gründung der Gemeinde Marienheim bei Neuburg a. d. Donau. Sie wurde 1848 durch pfälzische Kolonisten am Rande des Donaumooses gebildet. Die jüngste Gemeinde befindet sich in München. Sie wurde 1926 gegründet. Wegen ihrer Größe wurde sie im Jahre 1970 in zwei Gemeinden geteilt.

Die Evangelisch-reformierte Kirche von Bayern hat sich 1989 mit der Evangelisch-reformierten Kirche von Nordwestdeutschland zur Evangelisch-reformierten Kirche (Synode von Bayern und Nordwestdeutschland) zusammengeschlossen. Die Evangelisch-reformierte Kirche ist Gliedkirche der EKD.

aus: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern. Die Mitgliedskirchen stellen sich vor
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